Filmfestival Münster 2019 – Das europäische Festival im Herzen Westfalens

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Nationale und nationalistische Tendenzen in zahlreichen europäischen Staaten stellen die europäische Idee – auch auf kultureller Ebene – permanent auf den Prüfstand. Das Filmfestival Münster möchte vor diesem Hintergrund ein Zeichen für ein vielfältiges, gemeinschaftliches Europa setzen: Die zentralen Wettbewerbe und Programme der 18. Festivalausgabe, die vom 18. bis 22. September im Schloßtheater Münster stattfindet, sind erstmals auf Produktionen aus ganz Europa ausgerichtet.

MÜNSTER - Bis zum 1. Juni konnten Filmemacher ihre kurzen und langen Werke für den Europäischen Kurzfilmwettbewerb und den Europäischen Spielfilmwettbewerb einreichen. Die unglaubliche Anzahl von 1.300 Filmen sind beim Veranstalter, der Filmwerkstatt Münster, eingetroffen und müssen nun gesichtet und bewertet werden.

"Wir sind überwältigt von der Resonanz auf unsere Ausschreibung“, so die Festivalleiter Risna Olthuis und Carsten Happe, „haben aber auch Respekt vor der gewaltigen Aufgabe, die richtige Mischung für ein stimmiges, ebenso unterhaltsames wie engagiertes Festivalprogramm herauszufiltern.“ Für den Europäischen Spielfilmwettbewerb werden acht Filme eingeladen, die dem europäischen Kino neue Impulse verleihen und durch ihre außergewöhnliche Erzählweise oder Bildsprache bestechen – in diesem Jahr erstmals ausschließlich Debütfilme. Für den traditionsreichen Kurzfilmwettbewerb, der in 2019 erstmals für Produktionen aus ganz Europa geöffnet wurde, werden rund 40 bis 50 Filme ausgewählt. Sie werden in sechs Wettbewerbsblöcken präsentiert. Fachjurys und das Publikum vergeben Preise, die mit insgesamt 9.000 Euro dotiert sind.

Dass Europa vor allem auch eine Gemeinschaft von Nachbarn ist, dokumentiert der Länderschwerpunkt mit Filmen und Gästen aus den Niederlanden. Er macht das Filmfestival Münster bereits seit 1999 unverwechselbar in der deutschen Festivallandschaft. In diesem Jahr wird die Hommage an den legendären Kameramann Robby Müller fortgesetzt, der mit Jim Jarmusch, Wim Wenders und Lars von Trier drehte und 2015 Ehrengast in Münster war. 2018 ist Robby Müller verstorben. Der Dokumentarfilm „Living the Light“ über sein Leben und sein Werk, den die Regisseurin Claire Pijman erstmals bei den Filmfestspielen in Venedig präsentierte, wird sie gemeinsam mit Robby Müllers Ehefrau im September auch in Münster vorstellen.

Aus noch näherer Nachbarschaft kommen die Beiträge der Wettbewerbssektion „Westfalen Connection“. Hier werden ambitionierte Filme zwischen klassischem Erzählkino und experimentellen Formen gezeigt, die entweder Münster und Westfalen thematisieren, von Filmschaffenden aus der Region produziert oder hier gedreht wurden. Für die Westfalen Connection sind noch bis zum 1. Juli Einreichungen möglich. Alle Genres und Themen sind hier erwünscht. Einzige Einschränkung: Die Filme müssen in den Jahren 2018 oder 2019 entstanden und maximal 30 Minuten lang sein. Eine eigene Jury ermittelt den Preisträger. Ein Preisgeld in Höhe von 500 Euro wird von der in Münster ansässigen Westfalen-Initiative gestiftet.