Fr 21:00 / So 16:00 / Spielfilmwettbewerb

Papicha

F/ALG/B/KAT 2019 | 105 min | Farbe | OmeU
R + B Mounia Meddour
K Léo Lefevre
S Damien Keyeux
M ROB
P The Ink Connection, High Sea Production, Tayda Film / Xavier Gens, Patrick André, Grégoire Gensollen, Belkacem Hadjadj, Mounia Meddour
D Lyna Khoudri, Shirine Boutella, Amira Hilda Douaouda, Zahra Doumandji, Yasin Houicha, Nadia Kaci, Meryem Medjkane

Algerien während des Bürgerkriegs in den 1990ern. Frauen werden unterdrückt, um die Kontrolle über ihren Körper, ihre Kleidung und ihren öffentlichen Raum zu erlangen. Die junge Studentin Nedjma lehnt die neuen Verbote der Radikalen ab und beschließt, für ihre Freiheit und Unabhängigkeit mit einer Modenschau zu kämpfen. Ein engagiertes Plädoyer für Selbstbestimmung, in der Auswahl für die Oscars 2020.

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Algerien in den 1990er-Jahren: Zwischen dem Militär und islamistischen Gruppen tobt ein Bürgerkrieg. Vor dem Hintergrund dieser "Dunklen Zeit" und inspiriert durch eigene Erlebnisse erzählt Mounia Meddour in ihrem ersten Spielfilm von der 18-jährigen Studentin Nedjma (eine Entdeckung: Lyna Khoudri), die in einem Wohnheim in Algier lebt und zunächst einmal das tut, was man als "Papicha" (schöne junge Frau) üblicherweise so tut: sich für Mode interessieren, Musik hören, auf Partys gehen. Was aber für ihre westeuropäischen Altersgenossinnen selbstverständlich ist, wird für Nedjam und ihre Freundinnen zum Hindernisparcours. Genau beobachtet der Film, mit welchen Tricks und Täuschungsmanövern sie dabei operieren müssen. Als die neue Prüderie und der dazugehörige (männliche) Repressionsapparat auf die Uni übergreift und es zur Tragödie kommt, scheint es nur noch zwei Optionen zu geben: sich fügen oder fliehen. Nedjma aber widersetzt sich – und plant auf dem Campus eine Modenschau. Den unbändigen (Über-)Lebenswillen ihrer Protagonistin übersetzt Meddour in energetische Handkamerabilder. "Papicha" ist feministisches Kino aus dem Maghreb, eine mitreißende Empowerment-Geschichte.

Mounia Meddour
Geboren und aufgewachsen in Algerien. Im Alter von 18 Jahren zog sie mit ihrer Familie nach Frankreich, weil sie während des algerischen Bürgerkriegs Morddrohungen erhielt. Sie studierte Journalismus, bevor sie am Sommerregieprogramm von La Fémis in Paris teilnahm. Ihr erster Kurzfilm „Edwige“ gewann den Ciné+ Award beim Saint-Jean-de-Luz Festival und den UniFrance Short Film Award. „Papicha“ ist ihr erster Spielfilm.

Kontakt
www.jour2fete.com

Filmographie (Auswahl)
Edwige (2012)
Cinema Algérien un nouveau souffle (2011)
La cuisine en héritage (2009)
Particules élémentaires (2007)