Sa 22:45 / So 18:00 / Spielfilmwettbewerb

Cronofobia

CH 2018 | 94 min | Farbe | OmdU
R Francesco Rizzi
B Daniela Gambaro, Francesco Rizzi
K Simon Guy Faessler
S Giuseppe Trepiccione
M Zeno Gabaglio
P Imagofilm, Villi Hermann, Michaela Pini
D Vinicio Marchioni, Sabine Timoteo, Leonardo Nigro, Giorgia Salari, Alberto Ruano, Kaspar Weiss, Adele Raes

Ein mysteriöser, rastloser Mann auf der Flucht vor sich selbst. Eine junge, rebellische Witwe, die sich ihrer Trauer nicht stellen will. Zwei Menschen in selbstauferlegter Gefangenschaft, die in einem psychologischen Drama über verlorene Identitäten aufeinandertreffen. Die poetische Chronik einer unmöglichen Liebe. Beste Regie und bestes Drehbuch beim Filmfestival Max Ophüls Preis.

Im Anschluss Filmgespräch mit dem Regisseur Francesco Rizzi.

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Zu Beginn steht man rätselnd vor diesen zwei einsamen Menschen: Michael, der in einem mit Wohnkabine ausgestatteten Kleinbus immer auf Achse und nie zuhause ist, und Anna, die in einer modernistischen Villa wohnt und viel Wut in sich herumträgt. Michael scheint Anna zu stalken, parkt in ihrer Straße, fährt ihr beim Joggen hinterher. Erst allmählich gibt Regisseur und Co-Autor Francesco Rizzi mehr von beiden preis: Michael testet, als solventer Kunde verkleidet, Ladenverkäufer, die in Verdacht geraten sind, ihren Arbeitgeber zu betrügen; Anna hat ihren Mann verloren und kann sich nicht überwinden, das Geschirr und das Besteck wegzulegen, das seit seinem Tod noch auf dem Esstisch steht. Erst spielerisch, dann fast unterwürfig übernimmt Michael, der geborene Stellvertreter, die Rolle des Toten, auch optisch verwandelt er sich ihm an – bis das Rollenspiel an seine Grenzen stößt und klar wird, was beide verbindet. Rizzi inszeniert den Film, angesiedelt in einem ungewohnt winterlichen Tessin, als Noir-Drama für zwei starke Darsteller: Vinicio Marchiani („Romanzo Criminale“) und Sabine Timoteo („Der freie Wille“) halten die Spannung in diesem Spiel um falsche Identitäten bis zum Schluss.

Francesco Rizzi
Geboren 1978 in Mendrisio im Tessin. 2003 schloss er sein Studium der italienischen Literatur und Kunstgeschichte an der Universität Fribourg ab. 2005 erwarb er sein Diplom in Filmregie am N.U.C.T. in Rom (New University of Cinema and Television, Cinecittà Studios). Im Jahr 2015 nahm er am internationalen Workshop „Ekran+“ in Warschau, Polen, teil. „Cronofobia“ ist sein erster Spielfilm.

Kontakt
www.filmperlen.com

Filmographie (Auswahl)
La culla del Dio morente (2010)
Rex Nemorensis (2005)