Sa 22:15 / Spielfilmwettbewerb

Ava

F 2017 | 106 min | Farbe | OmeU
R Léa Mysius
B Léa Mysius, Paul Guilhaume
K Paul Guilhaume
S Pierre Deschamps
M Florencia Di Concillo
P F Comme Film, Trois Brigands Productions / Jean-Louis Livi, Fanny Yvonnet
D Noée Abita, Laure Calamy, Juan Cano, Tamara Cano, Carmen Gimenez, Mila Cheuzzi, Paul Meulins

Die 13-jährige Ava verbringt den Sommer an der Atlantikküste, als sie erfährt, dass ihr Augenlicht schwindet. Ihre Mutter bemüht sich um Normalität, doch Ava begegnet dem Schicksal auf höchst eigensinnige Weise. Ein irrlichtender Filmbastard über die Liebe, das Erblinden und die Rätsel des Erwachsenwerdens.

In Anwesenheit des Co-Autors und Kameramanns Paul Guilhaume.

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Vor den Sommerferien kommt die Hiobsbotschaft: Die 13-jährige Titelfigur wird ihr Augenlicht verlieren, erst nur in der Dämmerung, dann ganz. "Er hat uns die Ferien versaut", meint die Titelheldin trocken über den Arzt, während ihre alleinerziehende Mutter bitter weint. Es ist der Auftakt zu einem ganz und gar bemerkenswerten Coming-of-Age-Drama, das sich vor der Kulisse der sommersonnenhellen Strandidylle in der französischen Gironde mit wilden Hakenschlägen vom Mutter-Tochter-Porträt zur Teenie-Lovestory und dann zur Gangsterballade auf Bonnie-und-Clyde-Spuren wandelt. Während die dräuende Nachtfinsternis in Form schwarzer Hunde und Pferde symbolisch Gestalt annimmt, der Strandsegeltrainer von der nahenden Apokalypse raunt und Ava selbst ihr Blindsein zu "trainieren" beginnt, verliebt sich das Mädchen in den von der Polizei gejagten Roma-Jungen Juan. Das kann nicht gut gehen – oder doch?

Regisseurin Léa Mysius würzt das unsentimentale, angemessen grimmige Jugenddrama mit einem Surrealismus, der an David Lynch und Godards "Elf Uhr nachts" erinnert. Zusammengehalten wird das alles von der furchtlosen Hauptdarstellerin Noée Abita: Es ist eines der stärksten Schauspieldebüts der letzten Zeit.

Léa Mysius
Nach ihrem Literaturstudium schloss Léa Mysius 2014 die Drehbuchklasse an der Pariser Filmhochschule La Fémis ab. Sie hat drei preisgekrönte Kurzfilme gedreht: „Cadavre exquis“ (2013), „Les oiseaux-tonnerre“ (2014) und „L'île jaune“ (2016), den sie gemeinsam mit Paul Guilhaume inszenierte. Sie war Co-Autorin von Arnaud Desplechins jüngstem Film „Les fantômes d'Ismaël“, der in Cannes zur Eröffnung lief. „Ava“ ist ihr erster langer Spielfilm.

Kontakt
www.bacfilms.com

Filmographie (Auswahl)
Cadavre exquis (2013)
Les oiseaux-tonnere (2014)
L’île jaune (2016)

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